Dokumentation zur Hardware
Wichtiger Hinweis:
Ideen, Texte, Zeichnungen und Schaltungen in diesem Handbuch sind urheberrechtlich geschützt. Eine auch nur auszugsweise Verbreitung und Veröffentlichung sowie der Nachbau ist grundsätzlich nur mit vorheriger Zustimmung der Autoren gestattet. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt.
Haftungsausschluß: Die Autoren übernehmen keine, über die gesetzlich vorgeschriebene Produkthaftung hinausgehende Haftung für die Richtigkeit der veröffentlichten Schaltungen und sonstigen Anordnungen sowie der technischen Beschreibung. Für den ordnungsgemäßen Einsatz und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen für den Betrieb ist der Betreiber selbst zuständig.
Das AM7911-Modem für die BayCom USCC>4-Karte
Das hier vorgestellte Modem erlaubt den Betrieb sowohl mit 300Bd (200 Hz Shift), wie auf Kurzwelle üblich, als auch den Betrieb mit 1200Bd (1000 Hz Shift), wie auf den UKW-Bändern eingeführt. Es verwendet den Modemprozessor AM7911 von AMD. Eine optionale Abstimmanzeige sowie mehrere Betriebsartenmodi erlauben den effizienten Einsatz dieses Modems.
Zur Schaltung
Schaltplan als GIF,
Schaltplan für Postscript-Viewer
Der AM7911 von AMD ist ein hochintegrierter Signalprozessor, der zahlreiche Modemnormen beherrscht. Er wird nur mit wenigen externen Bauteilen (Schaltplan befindet sich in der Heftmitte). Die Auswahl der Betriebsarten geschieht dabei über fünf Jumper. Der AM7911 (IC1) erhält seinen Takt (2.45 MHz) sowie die notwendige negative Versorgungsspannung von -5V über die SCC-Karte (St3). Der Reset nach dem Einschalten wird über R6 und C4 erzeugt. Die Verbindung des Modems mit der SCC-Karte geschieht ebenfalls über St1: Es werden die Sendedaten, Empfangsdaten, PTT und DCD mit dem Z8530 auf der SCC-Karte verschaltet. An Pin 8 des AM7911 steht die sendefertige Ausgangs-Nf zur Verfügung. Da der Hub des AM7911 nur etwa 600mV beträgt, wurde ein Breitbandverstärker nachgeschaltet (R15, 16, 17, IC2B), der diesen Hub auf etwa 2V anhebt. Die am Ausgang anstehende Spannung kann dabei über R21 geregelt werden.
Die vom Funkgerät kommende Nf wird ebenfalls über einen Pegelbegrenzer (R13, D2, 3) und einen Impendanzwandler (R11, R12, IC2A) geführt und dann in den AM7911 eingespeist. Die PTT-Ansteuerung geschieht über einen Watchdog (R2, C1, R1, D1, IC2E), der bei Programmabstürzen eventuell dauergetastete PTT nach etwa 30s abschaltet. über T1 kann die PTT des Funkgerätes direkt geschaltet werden.
Zur Kontrolle des Modems ist zunächst eine Leuchtdiode (D4) vorgesehen, die anzeigt, wenn die PTT getastet ist. Ein entsprechender Anschluß ist auch auf die Steckerleiste J2 geführt. Dort liegen ebenfalls das invertierte und das nichtinvertierte Empfangssignal an. Diese beiden Signale können dazu verwendet werden, eine einfache externe Abstimmanzeige über ein Kabel nach außen zu führen. Siehe Schaltplan für eine mögliche Beschaltung.
Zum Aufbau
Beim Aufbau des Modems ist auf eine möglichst niedrige Bauhöhe zu achten, damit sich das Modem später problemlos in die USCC>4 einstecken lässt. Bestücken Sie daher alle Bauteile flach auf der Platine aufliegend. Aus dem gleichen Grund können leider auch für die ICs keine Fassungen verwendet werden. Bestücken Sie zunächst die vier Brücken, dann die Widerstände und Dioden, anschließend die Kondensatoren. Es folgen der Transistor und das Poti. Zum Abschluß werden die ICs und die Steckerleisten eingelötet. J1 und J2 sind dabei um 90 Grad abgewinkelte Steckerleisten.
Belegung der Stecker St1 - St3
Bild 1: Schaltplan des AM7911-Modems für die USCC>4
Inbetriebnahme und Betriebsartenwahl
Stecken Sie das Modem nun auf den gewählten Steckplatz Ihrer USCC>4-Karte. Der Anschluß an die SCC-Karte und an die externen Buchsen der USCC>4 ergibt sich dabei automatisch. Beachten Sie dabei bitte auch die Hinweise im USCC>4-Manual. Es können dann die entsprechenden Anschlüsse an die 9-poligen Buchsen der USCC>4 hergestellt werden. Zur Belegung siehe USCC>4-Manual.
Verbinden Sie LS (= Nf in) mit dem Lautsprecherausgang des Funkgerätes. Das Modem besitzt eine Eingangsimpendanz von etwa 2kOhm, es können sowohl niederohmige als auch hochohmige Funkgeräte angeschlossen werden.
Verbinden Sie Mic (Nf out) mit dem Mikrofoneingang des Funkgerätes, ebenso den PTT-Ausgang des Modems mit dem PTT-Eingang des Funkgerätes und zuletzt natürlich die Masse des Modems mit der Funkgerätemasse. Besitzen Sie ein Handfunkgerät, das keinen herausgeführten PTT-Anschluß besitzt, so müssen Sie sich ein Handfunkkabel mit entsprechender Beschaltung anfertigen. Bitte informieren Sie sich in den Unterlagen zu Ihrem Funkgerät über die Belegung der Anschlüsse!
Die Einstellungen der Betriebsart kann nun über Jumper J1 erfolgen. Stecken Sie die Jumper anhand der folgenden Tabelle:
Zur Position der einzelnen Jumper siehe Bestückungsplan. Pin 3 von J1 liegt St1 am nächsten. Die Standardeinstellungen für Kurzwelle ist die Stellung Nr. 5. oder 6., für UKW sollte Stellung 3. oder 4. gewählt werden. Stellung 5 und 6 unterscheiden sich nur durch den Offset, dies kann aber auch durch den Funkgeräte VFO ausgeglichen werden. Der Equalizer für UKW hebt den oberen Frequenzbereich des Empfangssignals etwas an, was ggf. bei manchen Funkgeräten von Vorteil sein kann. Es sollten beide Stellungen getestet werden und die günstigere gewählt werden.
Es können nun über J2 noch über 4 Drähte drei externe LEDs zur PTT-Kontrolle und als einfache Abstimmanzeige angeschlossen werden. Die korrekte Verschaltung ist im Schaltplan angegeben. Für einen extensiven Einsatz auf Kurzwelle sollte aber eine im Zubehörhandel erhältliche Leuchtband-Abstimmanzeige angeschlossen werden, da diese ein erheblich genaueres Abstimmen erlaubt als die einfache High-/Low-Anzeige dieses Modems.
Installieren Sie nun die BayCom-Terminalsoftware mit INSTALL (siehe Softwarehandbuch). Die korrekten Einstellungen für das AM7911-Modem lauten für den entsprechenden Kanal der USCC>4 (hier für Kanal 0 dargestellt):
Der Wert für die Sendeeinschaltverzögerung (TXDELAY) ist stark geräteabhängig und muß ggf. noch etwas erhöht werden, falls das Gerät sehr langsam schaltet.
Zur Inbetriebnahme muß am Modem lediglich der Sendehub abgeglichen werden. Starten Sie dazu das BayCom Terminalprogramm und geben Sie einige Unproto-Pakete aus (mit Funktionstaste F10 auf Monitor gehen, mit :K0 auf Kanal 0 <bzw. entsprechenden> gehen und ohne Doppelpunkt am Zeilenanfang einige Male <RETURN> drücken. Mit der roten PTT-LED auf der Platine können Sie beobachten, ob das Modem auch wirklich angesprochen wird. Hören Sie Ihr Signal mit einem zweiten Empfänger zurück. Drehen Sie nun am Potentiometer R10. An der linken Endstellung ist kein Signal mehr vorhanden. Drehen Sie das Poti nun vorsichtig auf, bis sie merken daß die Lautstärke konstant zu bleiben scheint (etwa so laut wie das Grundrauschen des Geräts bei geöffneter Rauschsperre), aber noch keine Verzerrungen hörbar sind. Sie können sich auch an der Lautstärke anderer Stationen auf der Frequenz orientieren. Sollten Sie beim späteren Verbindungsaufbau Probleme haben, so versuchen Sie, den Hub nochmals zu variieren. Für die Hubeinstellung ist es übrigens günstig, wenn Sie die Tastzeit des Senders einmal künstlich verlängern (mit dem Befehl :TXD 100). Stellen Sie aber nach Beendigung des Abgleichs diesen Wert wieder auf ein vernünftiges Maß zurück (sollte auf jeden Fall kleiner 30 sein).
Damit sind alle Aufbau- und Abgleicharbeiten erledigt und Sie können den Packet-Betrieb aufnehmen. Viel Spaß mit dem AM7911-Modem für die USCC>4 wünscht
Ihr BayCom-Team
DG3RBU - DL8MBT - DK5RQ - DL5RL
Technische Daten:
Eingangsimpendanz Nf: 2.2 kOhm
Ausgangsimpendanz Nf: ca. 10 kOhm
Abmessungen: 50 * 90 * 10 mm
Die Rechte an Schaltung und Ausführung liegen bei:
Johannes Kneip, DG3RBU
Bert-Brecht-Weg 28
30890 Barsinghausen
Tel. 05105/585050
Technische Informationen können Sie unter der angegbenen Rufnummer direkt vom Autor erhalten.
Bestellinformation
4520 Modem mit AM7911 für USCC>4, Bausatz
4620 Modem mit AM7911 für USCC>4, Fertiggerät
4521 Modem mit AM7911 für USCC>4, Leerplatine
Bitte entnehmen Sie die aktuellen Preise unserer Preisliste!